Brauereien in Portland

Cascade Brewing Barrel HouseVerkostung im Cascade Brewing Barrel House.

Die seit den 80ern boomenden Mikrobrauereien begründen Portlands Spitznamen: „Beervana“.

In Portland sind 53 Brauereien angesiedelt, mehr als in jeder anderen Stadt der Welt – und es kommen ständig neue hinzu. Seit den frühen 1980ern haben sich Portlands Brauer ins Zeug gelegt und mit frischen Zutaten wie Hopfen und Gerste aus dem Willamette Valley und Wasser vom Bull Run eine Pionierrolle in der “Craft Beer”-Bewegung gespielt. Neben geselligen Braugasthäusern und einem Kalender voller Events zum Thema Bier sind es vor allem die innovativen, köstlichen Spezialbiere, die der Stadt den Spitznamen “Beervana” eingebracht haben.

DIE PLATZHIRSCHE

Portlands Bierboom begann 1984, als sowohl BridgePort Brewing als auch Widmer Brothers Brewing Anlagen im heutigen Pearl District in der Nähe der seit den 1860ern etablierten Henry Weinhard’s -Brauerei eröffneten. Heute bieten BridgePort und Widmer Führungen an und haben Bars eingerichtet, wo Probiertabletts serviert werden. Widmer hat seine Brauerei jedoch inzwischen nach North Portland verlegt (günstig an der gelben MAX-Bahn-Linie gelegen).

Wie auch McMenamins, der Betreiber von 57 eigenwilligen Braugasthäusern im Nordwesten der Stadt (die alle einzigartig sind, aber die köstlichen Biere und historischen Orte gemeinsam haben), sind diese Unternehmen über den Mikrobrauereistatus hinausgewachsen, da sie mehr als 1,8 Millionen Liter im Jahr (15.000 Barrel) produzieren. Alle stellen trotzdem weiterhin fantastische, leckere Biersorten her, von denen einige nur regional verfügbar sind.

DIE ZWEITE WELLE

Innovative Startups sind in Portlands Brauszene immer gern gesehen, und in den 90er Jahren hat eine Reihe von Neugründungen für frischen Wind gesorgt. Lompoc Brewing ist beispielsweise seit 1993 aktiv und erweitert sein Angebot ständig mit Kreationen wie dem dunklen, kräftigen Lompoc Special Draft und neuen Locations wie der Sidebar, einem Degustationsraum für Sonderbiere mit limitierter Herstellungsmenge. Die Lucky Labrador Brewing Company hat 1994 den ersten von vier Standorten dem Publikum (und seinen Schoßhündchen) vorgestellt und begeistert seither mit Gebräuen wie dem kräftigen und sahnigen Black Lab Stout.

Ein weiterer Szenenneuling aus den 90ern ist Hair of the Dog, das mit seinen ersten Produkten, den in der Flasche nachvergorenen – und starken – Bieren “Adam” und “Fred” einen Kult auslöste. Zur Freude seiner eingefleischten Fans hat Hair of the Dog 2010 einen Degustationsraum in der Central Eastside eröffnet. Die in kleinen Mengen gebrauten Biere passen gut zur Speisekarte des Pubs, auf der alles von Käseplatten bis Chili steht.

Laurelwood Brewing wurde 2001 eröffnet und hat seither mehrere Standorte in Betrieb genommen. Sie können das Bier an zwei Niederlassungen im Portland International Airport sowie in den Braugasthäusern in Northeast Portland und Sellwood kosten. Auch wenn Laurelwood unter den heimischen Brauereien nicht den höchsten Bekanntheitsgrad hat, gewinnt es doch regelmäßig nationale Auszeichnungen und hat sich zur nach Absatzmenge fünftgrößten Gasthausbrauerei der Vereinigten Staaten entwickelt.

Die Brauereien aus Oregon Rogue und Full Sail, ansässig in Newport bzw. Hood River, haben in den 90ern ebenfalls Zweigstellen in Portland eröffnet. In jüngerer Vergangenheit sind bei Rogue noch Standorte im Universitätsviertel von Downtown und am Flughafen sowie die Bierhalle und Mikrobrauerei Green Dragon in Southeast Portland hinzugekommen. Die Deschutes Brewery aus Bend (ebenfalls in Oregon) hat 2008 ein Braugasthaus im Pearl District von Portland eröffnet.

NEWCOMER

Das 21. Jahrhundert hat eine neue Generation von Brauereien nach Portland gebracht. Viele dieser Brauereien sprechen Nischenmärkte an und konzentrieren sich auf bestimmte Biertypen oder Braumethoden. Allen jedoch ist daran gelegen, ihre Kreationen mit der Welt zu teilen.

Radfahrer kommen bei Hopworks und der neueren Hopworks BikeBar auf ihre Kosten, wo eine gigantische Auswahl organischer Biere zur Verfügung steht. Das “Öko-Braugasthaus” wird zu 100 % mit erneuerbarer Energie versorgt; in der BikeBar können Sie sogar selbst helfen, das Gebäude mit Strom zu versorgen, indem Sie auf einem der beiden stationären Räder strampeln. Wenn Sie dann Kraft tanken müssen, genießen Sie eine leckere Pizza und eines der durststillenden, international ausgezeichneten Organic Hub-Lagerbiere.

Das Cascade Brewing Barrel House – halb Bierkeller, halb Gaststätte – ist ein 660 m² großes Biereldorado, das sich auf charaktervolle, säuerliche Biere spezialisiert hat. Jeden Dienstag um 18:00 Uhr wird ein neues Fass angestochen – das frisch gezapfte Bier ist der perfekte Begleiter des Angebots an Rauchfleisch, Nüssen, Salaten und Sandwiches. An Sommerabenden ist der weiträumige Außenbereich ein Publikums-Anziehungspunkt.

Upright Brewing, ein Geheimtipp der lokalen Bierszene, hat das Konzept der französischen und belgischen Landbiere übernommen. Der Degustationsraum im Kellergeschoss ist einfach gehalten, aber der Geschmack stimmt. Zum saisonal wechselnden Angebot gehören einzelne Fässer und kleinere Chargen kreativer Biere mit Zutaten aus dem amerikanischen Nordwesten.Der Schankraum von Burnside Brewing schließt sich an die offene Küche an, die besonders mit Fleisch und Wurstaufschnitt punktet. Biertechnisch sind saisonale Angebote und Dauerbrenner wie das Sweet Heat zu erwähnen – ein säuerliches Weizenbier, das seinen Geschmack durch Zugabe von Aprikosenmus gewinnt.

Coalition Brewing, eine Brauerei mit 10 Fässern, hat auf der anderen Straßenseite eine eigene Kneipe. Dort werden schmackhafte Biere wie das Loving Cup Maple Porter ausgeschenkt. Im Rahmen eines Pilotprogramms setzt Coalition außerdem regelmäßig Rezepte von Portlands experimentierfreudiger Selbstbrauerszene um.

Ein beliebter Anlaufspunkt in Northeast Portland ist Migration Brewing, wo rustikales Essen serviert wird, das ausgezeichnet zu den Spezialbieren aus eigener Produktion passt wie z. B. dem leicht zitronigen, trocken gehopften Lupulin IPA mit einer Mischung von Centennial-, Simcoe-, Crystal- und Cluster-Hopfen.

Base Camp Brewing, gegründet 2012, verbindet die beiden großen Leidenschaften der Region: das Bier und die freie Natur. Gebraut werden Lagerbiere, darunter auch experimentellere Varianten wie India Pale Lager und S’mores Stout, sowie Biere, die von europäischer Braukunst inspiriert wurden wie das Paulschienbier. Base Camps Kreationen werden direkt in der Brauerei in Aluminiumflaschen gefüllt, die ideal sind, um das Bier auf Wanderungen, Kajakausflügen und anderen Abenteuern kalt und frisch zu halten.

The Commons Brewery, die als Nanobrauerei in der Garage des Besitzers Mike Wright gegründet wurde, betreibt mittlerweile eine 7-Fass-Anlage und stellt zwei Biersorten das ganze Jahr über her: Urban Farmhouse Ale und Flemish Kiss, ein amerikanisch-belgisches Hybridbier. Beide haben Auszeichnungen erhalten. Ein Besuch im Degustationsraum in der Central Eastside (geöffnet Donnerstag bis Sonntag) lässt Sie mit einer wechselnden Auswahl in kleinen Mengen produzierter, saisonaler Biere Bekanntschaft schließen. Brotherly Love ist zum Beispiel ein Angebot zum Valentinstag: Zur Herstellung dieses Spezialbiers wird das belgische dunkle Starkbier von Commons – Little Brother – mit Nordwest-Sauerkirschen und Kakaoraspeln, die von Portland’s Woodblock Chocolate geröstet wurden, in Bourbon-Fässern gelagert.

Breakside Brewery hat einen kulinarischen Ansatz gewählt und konzentriert sich auf heimische, saisonale Zutaten. Es wird auf die Zusammenarbeit mit Köchen und Erzeugern aus der Region Wert gelegt. Das Ergebnis? Ein riesiges und ständig wechselndes Angebot an Biersorten sowohl am ursprünglichen Standort in Northeast Portland als auch in dem größeren Brauhaus in Milwaukie unmittelbar südöstlich von Portland. Fragen Sie nach Spezialitäten wie Just the Tip Spruced Wheat, das mit Fichtensprossen aus der Region hergestellt wird, Aquavit Barrel-Aged Braggot, ein Honigbier, das in Krogstad-Aquavit-Fässern von House Spirits gereift ist, und Duck Duck Drunk: Dieser experimentelle Schokoladen-Porter zum dritten Geburtstag von Breakside 2013 wurde mit 50 kg Moschusente aus lokaler Zucht gebraut.

Harvester Brewing, wo sich alles um glutenfreies Bier dreht, lädt donnerstagabends in seiner Brauerei in der Central Eastside zur Verkostung ein. Walnüsse aus dem Willamette Valley, vor Ort handgeröstet, ersetzen in den Ales von Harvester das Korn. Angeboten werden IPA (India Pale Ale), helle und dunkle Typen sowie experimentelle Ales, die heimische Zutaten wie Himbeeren oder Kürbis enthalten. Innovative Startups sind in Portlands Brauszene immer gern gesehen, und in den 90er Jahren hat eine Reihe von Neugründungen für frischen Wind gesorgt.

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